Darßer NaturfilmFestival 2018 - Der Blog

06.10.2018: Wieck auf dem Darß in festlicher Stimmung - der Abschluss des Festivals

Der Höhepunkt des Festivals war erreicht, die Sektgläser standen bereit und die festlich geschmückte Darßer Arche in Wieck wurde langsam ganz schön voll. Eric Mayer führte durch das Abendprogramm der Preisverleihung. In einer Sandshow formten die Sandkörner zuerst die Besonderheiten der Halbinsel bevor auch noch einmal auf diese Art und Weise die Nominierten vorgestellt wurden. Die Künstlerin Vernessa Himmler wurde von Andreas Ahnsehl am Piano begleitet. Die festliche Stimmung war damit greifbar und die Verleihung der Preise konnte beginnen.

Zuerst kamen die kleinen Jury-Mitglieder auf die Bühne und verkündeten gemeinsam ihren Gewinner. Kinderjury-Preis bekam ein Film, der so magisch war wie sein Titel: „Magie der Fjorde“ von Jan Haft. Der Publikumspreis ging an Rosie Koch und Roland Gockel mit ihrem Streifen „360° GEO Reportage – Der Lachszähler von Kanada“. Freudestrahlend und fassungslos erzählte Rosie, wie wichtig ihr dieses Filmprojekt war und der Preis somit noch einmal etwas ganz Besonderes für sie sei. Bevor die von der Preis-Jury vergebenen Preise verliehen wurden, stellten sich Maria Hemmleb, Margrit Lenssen, Dr. Petra Löttker, Prof. Dr. Hans Knapp und Yann Sochaczewski als diese noch vor und erzählten von der diesjährigen Entscheidungsfällung. „Es war nicht so einfach“, merkte Yann an. Sie konnten sich dann aber doch einvernehmlich auf die Gewinner einigen. In diesem Jahr wurden drei Preise für herausragende Leistungen vergeben. Den Preis für die beste Story erhielt Oliver Goetzl und Ivo Nörenberg für ihren Film „White Wolves – Ghosts of the Arctic“. Das beste Tierverhalten beschrieb der Jury nach Volker Arzt in seiner Dokumentation „Überraschungseier – Neues von Kuckuck und Co.“ Der Preis für die beste Visualisierung ging an „Terra X - Unsere Wälder“ von Freddie Röckenhaus und Petra Höfer.

Nun war es aber Zeit für den Kranich, der Preisskulptur für die beiden Hauptkategorien. In der Kategorie Bester Film Mensch und Natur gewann die Dokumentation „Die geheimen Machenschaften der Ölindustrie“ von Johan von Mirbach.  Den Preis für Bester Film Wildnis Natur nahm hingegen ein altbekanntes Gesicht entgegen: Jan Haft mit „Magie der Fjorde“ gewann erneut den begehrten Kranich.

Nicht nur der Abend neigte sich so langsam dem Ende – auch das Festival nähert sich seinem letzten Tag – manchmal vergeht die Zeit eindeutig zu schnell.

06.10.2018: Unsere Kleinen ganz groß - die Filmemacher von morgen

Im Kulturkaten „Kiek In“ in Prerow stand der Vormittag ganz im Zeichen unserer kleinen Filmemacher und Naturfilm-Fans. In unserem Kakadu-Kinderprogramm gab es heute die „Weltpremiere“, wie Moderatorin Stefanie Neumann, so schön anpries, der Jugend NaturfilmCamp Filme. Jedes Jahr im August drehen 12 Jugendliche im Alter von 10 bis 14 Jahren ihre eigenen Filme. Die zwei Kurzfilme, die in dieser Zeit entstanden, konnten unterschiedlicher nicht sein.So hob der erste die Bedeutung des Waldes auf nachdenklicher Art und Weise hervor. Der zweite dagegen stellte den Darßer Wald und die Regeln, die es in diesem zu beachten gibt, in einer zum Totlachen komischen Parodie vor. Das Publikum war beeindruckt. Einige der teilnehmenden Kinder des Camps waren vor Ort. Auf der Bühne erzählten sie uns, wie sie auf die Ideen kamen und was eigentlich alles zu so einem Film dazu gehört. Da staunten wir Erwachsenen noch mehr! Da hatten sich die jungen Filmemacher auch ein ganz besonderes Präsent verdient. Neben der DVD mit ihrem eigenen Film bekamen sie noch ein echtes Schweizer Taschenmesser. Jetzt war das Staunen auch bei den Kindern groß. Zum Abschluss gab es noch das Making Of zu sehen – damit bekamen wir noch einen kleinen Eindruck vom Camp-Alltag.

Im Anschluss lief „Löwenzahn: Wiese – Grüne Wildnis in Gefahr“. Fritz Fuchs und sein Hund Keks sorgten für viel Gekicher, aber auch für große Augen und Luftanhalten – soll die schöne Wiese wirklich einem Golfplatz weichen? Zum Glück nahm die Geschichte noch eine gute Wendung. So konnten die Kinder beruhigt ausatmen und waren nun bereit Margrit Lenssen, Redakteurin der Löwenzahn-Sendung, zu löchern. Wie groß ist denn der Bauwagen und wo steht der? Macht Keks immer das was man ihm sagt? Und wie ist Löwenzahn eigentlich entstanden? Frau Lenssen war keiner Antwort müde und hielt tapfer den nicht endend wollenden Frageschwall stand. 

05.10.2018: Von herzergreifend bis herzumwärmend – ein facettenreiches Festival

Da gab es nicht nur eine Träne, die während des Abspanns schnell weggewischt wurde. Kein Wunder – musste man doch die letzten qualvollen Atemzüge einer junge Löwin im Kapunji- Tal des Films "Das Gesetz der Löwen - Feindesland" mitanschauen. Kein leichter Anblick für das Publikum. Kameramann Owen Prümm wusste genau, wie wir uns bei dieser Szene fühlten. Schließlich war dieser damals vor Ort und kämpfte  lange mit sich, ob er dem Tier helfen sollte oder nicht. Doch er entschloss sich dagegen. Er gehörte nicht zu diesem Habitat – es war der Lebensraum der rivalisierenden Löwenfamilien.

Demjenigen, dem die ganze Sache nicht allzu schwer im Magen lag, holte sich zur Aufmunterung erst einmal ein leckeres Fischbrötchen bei unserem kultigen „Seemann“ Tim Ehlert. Gut gestärkt, konnte nun in der wundervollen Herbstsonne nach Born geradelt werden.

Das tolle Wetter ließ eine vielversprechende Fahrt auf dem Kinoschiff vermuten – doch die Vielzahl an Kranichen erstaunte dann doch alle. Unzählige „Fahrgemeinschaften“ – so nannte Dirk Vegelahn (Kranichexperte) die Zusammenschlüsse der Kranichfamilien – schmückten den stimmungsvollen Abendhimmel. Ein Schweigen der Faszination schwang über den Kinoschiffgästen. Der Sonnenuntergang war der krönende Abschluss der Boddenrundfahrt. Auf der Rückfahrt umrahmte der blutgetränkte Himmel noch im Schiffsinneren den Film „Der Teutoburger Wald“ - ein gelungener Abend! 

04.10.2018: Von Groß bis Klein, jung bis alt – Naturfilme begeistern!

Da schaut man nicht schlecht, wenn zum frühen Morgen über 200 Kinder in das Hotel Vier Jahreszeiten einmarschieren. Denn dort gab es für die Kleinen heute Naturfilm-Kino: "Winzige Wunder - Wenn die Eiszeit kommt". Von der ersten bis zur zehnten Klasse wurden die verschiedenen Insekten mit all ihren besonderen und manchmal auch sehr merkwürdigen, wie die Kinder fanden, Verhaltensweisen gespannt verfolgt. Aber bei so vielen Eindrücken und verrückt aussehenden Wesen, gibt es erst recht viele Fragen. Moderatorin Ilona Jentschke hatte dafür vorgesorgt und Regisseur Lothar Frenz eingeladen. Der stand nun Rede und Antwort – ruhig und anschaulich konnte er den Wissensdurst der Schüler stillen. Für die Kinder ging es dann zurück in die Schule - und für uns? Natürlich zurück zum Festival.

In der Vorführung „Das Erzgebirge“ ging es mit der Wasserspitzmaus hinab ins Wasser und mit der Wasserspinne zum Luftblasenhöhlenbauen. Uwe Müllers Filme haben immer auf humorvolle Art und Weise spektakuläre Bilder zu bieten. Kein Wunder – der Thüringer ist ja auch eine echte Frohnatur! Im Gespräch erzählte er dann wie er zu solchen unglaublichen Aufnahmen gekommen ist. Da bedarf es oft Spezialisten - in diesem Fall einen Bärtierchenspezialisten! Denn der weiß, wo man diese Winzlinge findet und Uwe Müller fand einen Weg, diese zu filmen und nicht nur das. Als Erster filmte er sogar eine Bärtierchengeburt! Die Zuschauer waren begeistert. Mit viel Witz und Charme beantwortet der Filmemacher die Fragen des Publikums. Auch die der Kleinsten. „Wie nah kann man denn an so einer Eule sein?“ Da schmunzelte er und berichtete von seinem Tarnzelt.

03.10.2018: Eröffnung des Darßer NaturfilmFestival 2018 mit Weltpremiere

Und es geht los! Die Naturfilme haben den Darß wieder fest im Griff. Und am knackevollen Saal des Kulturkaten „Kiek In“ in Prerow erkannten wir – die Besucher warteten ebenso sehnsüchtig auf den Start wie wir. Nach der freudigen Begrüßung des uns nun schon bekannten und beliebten Moderator Lothar Frenz wurden die Bürgermeister der Gemeinden Prerow, Rene Rohloff, Borns, Gerd Scharmberg und Wiecks, Bernd Evers auf die Bühne geholt. Mit großer Freude begleiten Sie jedes Jahr das Festival mit. Nach weiteren Willkommensgrüßen des Festivalleiters Kai Lüdeke ging es los. Das Darßer NaturfilmFestival 2018 begann!

Den Auftakt machte die NDR-Produktion „NaturNah: Der alte Förster und das wilde Borstenvieh“. Der lebensfrohe Förster Hans Jalaß schilderte darin seine Erlebnisse mit Wildschweinen und Wölfen mitreißend, witzig und anschaulich – und wie anschaulich! Das Grunzen des alten Försters ahmte Moderator Lothar Frenz gleich im Anschluss noch einmal nach und erntete genau wie im Film seine berechtigten Lacher. Mit viel Witz und Charme thematisierte der Film die Probleme, die es mit dem Schwarzwild auf sich hat. Was zu erhöhtem Wildschweinaufkommen führen kann und welche Gegenmaßnahmen ergriffen werden können, das schilderte Christina Walther nach dem Film. Als Produzentin der Dokumentation war Sie von Anfang an mit dabei. Die Filmemacherin Dörte Petsch konnte leider nicht kommen.

Im Anschluss - Trommelwirbel - wurde der Film „Elefanten hautnah – Gigangen mit Gefühl“ erstmals einem öffentlichen Publikum gezeigt. Und der Titel versprach auch nicht zu viel. Die Weltpremiere bot den Zuschauern intime Einblicke in das Leben der Elefanten in Botsuana. Filmemacher Jens Westphalen war zu Gast und eröffnete uns nach dem Film, dass hautnah im Film manchmal auch hautnah im wahren Filmemacherleben heißt. Und das sogar manchmal auch zu nah werden kann. So ließ er einmal auf der Flucht vor einem jungen Elefantenbullen seine Kamera zurück. Das war aber auch das einzige Mal, wo er es kurz mit der Angst bekam. Ansonsten hätte man vor den Giganten nichts zu befürchten – eher sie vor uns. Aber das ist dann wieder eine andere Geschichte. An einem zweiten Teil drehen er und Thoralf Grospitz, sein Filmemacherpartner, der leider nicht kommen konnte, schon. Vielleicht können wir den ja sogar schon nächstes Jahr auf dem Darß sehen.