Nominiert

Zimmer frei? Die Baukunst der Spechte

Sie klopfen, zimmern, trommeln. Spechte sind die größten Baumeister in der Vogelwelt. Egal ob Bunt-, Grün- oder Schwarzspecht – sie hämmern viel mehr Höhlen ins Holz, als sie selbst brauchen. Zum Glück und Nutzen von Meise, Hohltaube oder Sperlingskauz. Die Höhlenbewohner profitieren von der Baulust der Spechte. Der Wohnungsmarkt im Wald ist hart umkämpft. Denn die Specht-Immobilien sind sicher vor Feinden, geschützt vor Witterung und gut isoliert. Aber nicht immer, wenn es im Wald klopft, baut ein Specht ein neues Quartier. Weil Spechte nicht mit Gesang punkten können, versuchen sie mit schnellen lauten Trommeltönen eine Partnerin zu gewinnen. Schwarzspechte trommeln 40 Schläge in nur zwei Sekunden und Buntspechte sind bei der Suche nach größter Resonanz besonders kreativ. Lampen oder Leitern aus Metall erzeugen unter ihren Schnabelschlägen einen unüberhörbaren Hall. Auch bei Wohnortwahl sind Buntspechte offen für Neues und ziehen immer öfter in die Stadt. Gedämmte Hausfassaden klingen so hohl, wie ein morscher Baum. Die dünne Putzschicht ist für Spechtschnäbel kein Problem und Spechte schaffen in kurzer Zeit attraktiven Wohnraum für viele tierische Stadtbewohner, wie Spatzen, Stare oder Eichhörnchen. Zum Unmut bei den menschlichen Hausbesitzern gesellt sich deshalb oft ein Streit unter den tierischen Hausbesetzern: Ist das Zimmer noch frei?

Film auf Event sehen

20:00 Uhr
Kulturkaten Prerow

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Credits

Land
Deutschland

Produktionsjahr
2022

Länge in Minuten
44

Altersempfehlung
-


Regie
Uwe Müller
Buch
Uwe Müller
Kamera
Uwe Müller, Oliver Richter
Schnitt
Mirco Tribanek
Musik
Jörg Magnus Pfeil, Siggi Müller, Sebastian Haßler
Ton
Hans Kölling
Redaktion
Ralf Fronz (MDR), Claudia Schwab (SWR)
Producer:in
-
Produzent:in
Uwe Müller (Capricornum Film)
Produktion
Capricornum Film im Auftrag von MDR, SWR und ARTE

Regie

Uwe Müller

Uwe Müller wurde in Altenburg/Thüringen geboren. Auf eine Klempnerlehre folgte ein Maschinenbau-Studium. Seine Karriere als Naturfilmer begann Müller 1990 zunächst mit zahlreichen Kurzfilmen. Seit 1996 arbeitet er als Tierfilmer, Autor und Naturfilmproduzent. Auf nationalen und internationalen Naturfilmfestivals erhielt Uwe Müller zahlreiche Preise – darunter 2019 den Deutschen Naturfilmpreis für „Wilde Nächte“.