Deutscher NaturfilmPreis

2022

Roter Teppich für die Natur

Seit 2008 wird der Deutsche NaturfilmPreis im Rahmen des NaturfilmFestivals verliehen. Die Ehrung für Filmschaffende hat das Ziel, das Genre Naturfilm für Machende, Sender, das Publikum, aber auch für Naturschutz und Politik zugänglicher zu machen. In den vergangenen Jahren entwickelten sich Festival und Filmpreis zu einer nationalen Instanz. Die einzigartige Atmosphäre auf dem herbstlichen Darß und das sich jährlich füllende Programm sind ein Magnet für Naturfilmliebhabende und Filmmachende gleichermaßen.

Nominierungen

Die Nominierungsjury hat die 12 besten Filme des Jahres ausgewählt.

Der verschwundene Wald

Regie: Bálint Révész | Produktion: Tondowski Films und ELF Pictures im Auftrag von ZDF und ARTE

Die Igelretter aus dem Piemont

Regie: Rosie Koch | Produktion: MedienKontor und ARTE

Die Recyclinglüge

Regie: Tom Costello, Benedikt Wermter | Produktion: a&o buero und The Why Foundation im Auftrag des WDR

Die Schönen der Nacht

Regie: Holger Vogt | Produktion: Doclights im Auftrag des NDR

Im Märchenwald der Gebrüder Grimm

Regie: Almut und Christoph Hauschild, Klaus Müller | Produktion: Doclights

Im Zaubertal der Kröten

Regie: Angela Graas-Castor | Produktion: BR und ARTE

Kleine Meise ganz groß

Regie: Yann Sochaczewski, Marlen Hundertmark | Produktion: Altayfilm im Auftrag von MDR, SWR und ARTE

LAND

Regie: Timo Großpietsch | Produktion: NDR

Naturwunder Gemüsegarten – Die große Welt der kleinen Tiere

Regie: Guilaine Bergeret, Rémi Rappe | Produktion: Längengrad und Grenouilles im Auftrag von SWR und ARTE

Planet without Apes

Regie: Felix Meschede, Manuel Daubenberger | Produktion: Doclights im Auftrag des NDR

Ziemlich wilde Bienen

Regie: Jan Haft | Produktion: nautilusfilm und Doclights/NDR Naturfilm im Auftrag von NDR und ARTE

Zimmer frei? Die Baukunst der Spechte

Regie: Uwe Müller | Produktion: Capricornum Film im Auftrag von MDR, SWR und ARTE

Darßer NaturfilmFestival
04. – 09.10.2022

Mehr Informationen

Kategorien

Der Preis wird in fünf Kategorien vergeben, deren Einzelpreise mit insgesamt 26.000 Euro dotiert sind. In der Kategorie Wildnis Natur laufen Naturfilme – von der Tiermonografie bis zum Landschaftsporträt. In der Kategorie Mensch und Natur prämiert die Stiftung umweltpolitische Dokumentarfilme. Dann folgen Jury-Preise für herausragende Leistungen und der Preis der Kinder- und Jugendjury sowie eine Publikumswahl. 

  • Bester Film | Wildnis Natur

    Für den herausragenden Film des Wettbewerbs, der uns auf besonders beeindruckende Weise die
    Schönheit der Natur zeigt und uns gleichzeitig einen aufschlussreichen Einblick in ihre komplexen
    Prozesse gewährt.

    Dotierung: 10.000,- €
    Preis des Landes Mecklenburg-Vorpommern

  • Bester Film | Mensch und Natur

    Für den herausragenden Film des Wettbewerbs, der am eindrucksvollsten das Verhältnis von Mensch und
    Natur darstellt und dabei ökologische, ökonomische oder gesellschaftliche Zusammenhänge beleuchtet.

    Dotierung: 10.000,- €
    Preis des Landes Mecklenburg-Vorpommern

  • Jury-Preise für herausragende Leistungen

    Dotierung: 3.000,- €*
    Gestiftet u. a. von: Der Stiftung der Sparkasse Vorpommern für Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft

    *Preisgeld wird auf die jeweilige Anzahl der Preisträger*innen aufgeteilt (1–3)

  • Preis der Kinder- und Jugendjury

    Dotierung: 1.000,- €
    Gestiftet von: Förderverein Nationalpark Boddenlandschaft e.V.

  • Publikumswahl

    Dotierung: 2.000,- €
    Gestiftet von: Flächenagentur MV

Jury

Breite Anerkennung findet der NaturfilmPreis aufgrund der transparenten, ausgewogenen und gründlichen Entscheidungsfindung. Dafür wird jedes Jahr eine neue, unabhängige Jury berufen. Ihr gehören neben Film- und Medienprofis anerkannte Naturschutzvertretende an. Regelmäßig sind Spitzenvertretende der großen deutschen Naturschutzverbände dabei.

  • Preisjury

    Alexander Bonde

    Alexander Bonde leitet als Generalsekretär die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück. Die größte Umweltstiftung Europas fördert innovative Vorhaben zum Schutz der Umwelt unter besonderer Berücksichtigung der mittelständischen Wirtschaft in den Bereichen Umwelttechnik, Umweltforschung, Naturschutz, Umweltbildung und Kulturgüterschutz. Auf 70.000 ha Naturerbeflächen im Eigentum der privatrechtlichen Stiftung engagiert sie sich bundesweit im Natur- und Artenschutz. Der gebürtige Freiburger gründete in seiner Zeit als Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (2011–2016) unter anderem den Nationalpark Schwarzwald und das Biospährengebiet Südschwarzwald. Von 2002 bis 2011 war er Mitglied des Deutschen Bundestages.

    Hannah Emde

    Hannah Emde ist Tierärztin, Buchautorin und Protagonistin der Doku-Serie „Hannah goes wild“. Sie lebt für den Artenschutz und arbeitet in den entlegensten Gebieten, um mit ihren eigenen Geschichten und Erfahrungen für die Schönheit der Natur zu begeistern. Hannah Emde vermittelt die Bedeutung der Biodiversität und es gelingt ihr, komplexe Zusammenhänge verständlich zu vermitteln. 2017 gründete sie den gemeinnützigen Verein „Nepada Wildlife“, der sich für den globalen Natur- und Artenschutz einsetzt und arbeitet als Tierärztin vor Ort in den Projektgebieten auf Madagaskar, Borneo, den Philippinen oder in Zentralamerika. 2020 erschien ihr erstes Buch „Abenteuer Artenschutz. Als Tierärztin im Dschungel“ und im Februar die Doku-Serie „Hannah goes wild“ in der ARD-Mediathek, eine Produktion von NDR Naturfilm/Doclights. 

    Olaf Jacobs

    Olaf Jacobs begann seine berufliche Laufbahn als Redakteur beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Seit 1996 ist er als Autor und Produzent bei der Hoferichter & Jacobs GmbH tätig und realisiert vorwiegend journalistische Formate und non-fiktionale Medien. Darüber hinaus ist er Professor für Medienökonomie an der Universität Leipzig. Seit 2020 leitet er als Gründungsgeschäftsführer die MV Filmförderung, die die zentrale Anlaufstelle für Film- und Medienproduktionen sowie Kinos in Mecklenburg-Vorpommern ist. Olaf Jacobs ist Mitglied der Deutschen und der Europäischen Filmakademie.

    Rita Schlamberger

    Rita Schlamberger studierte Biologie an der Karl-Franzens-Universität Graz in Österreich. Schon als Studentin entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Welt unter Wasser, die sie auf vielen Tauchexpeditionen bis in die entferntesten Winkel der Erde führte. 1992 gründete sie mit ihrem Mann Michael die Filmproduktion ScienceVision und produzierte seitdem unzählige, international preisgekrönte Naturdokumentationen.

    Alexander Sommer

    Nach seinem Studium der Visuellen Kommunikation spezialisierte sich Alexander Sommer auf das Filmen von Tieren und ist seitdem als Kameramann für nationale und internationale Tierfilmproduktionen tätig. Als Autor und Regisseur realisierte er zunächst zahlreiche Lehrfilme für den Biologieunterricht an deutschen Schulen. 2021 gab er sein Fernsehdebüt mit seiner ersten eigenen Produktion „Wilde Heimkehrer“. Bei seiner Arbeit an der Kamera als auch als Regisseur, legt Alex großen Wert auf dramaturgisches Storytelling und eine visuelle Nähe zu den tierischen Protagonisten.

  • Nominierungsjury

    Wolfgang Albus

    Wolfgang Albus arbeitet seit mehr als 20 Jahren als Journalist und Filmemacher für den Rundfunk Berlin-Brandenburg. Seine Schwerpunkte sind Wissenschafts- und Umweltthemen sowie Geschichte. Zuletzt beschäftigte er sich mit dem Entstehen des Cottbuser Ostsees.

    Gabriele Conze

    Gabriele Conze war als WDR-Redakteurin mehr als 12 Jahre für Tierfilm und Naturdokumentationen im Ersten („Erlebnis Erde“) und WDR-Fernsehen („Abenteuer Erde“) verantwortlich. Zu den Programmen gehören deutsche Tierfilmproduktionen genauso wie internationale Koproduktionen mit der BBC („Der Blaue Planet“), Discovery („Wildnis Nordamerika“), NatGeo, Smithsonian Channel, ARTE, ORF, Terra Matern u. a. Viele der von ihr betreuten Filme wurden mit internationalen und nationalen Preisen ausgezeichnet.

    Dr. Axel Gebauer

    Geboren in Döbeln (Sachsen) wollte Axel Gebauer schon mit 12 Jahren Zoodirektor werden – und wurde es auch: Nach seinem Biologiestudium übernahm der Zoologe die Leitung des Tierparks Görlitz. Er begleitete Expeditionen nach Indien, Russland, China und in die Antarktis. Er veröffentlichte dutzende wissenschaftliche Artikel über Wildtiere in der Antarktis, in Tibet und in Deutschland. Seit 1975 ist er mit der Kamera unterwegs und machte schließlich sein Hobby zum Beruf: Seit 2011 arbeitet Axel Gebauer als selbständiger Tierfotograf und Naturfilmer. 2021 gewann er mit „Das geheime Leben der Rothirsche“ den Deutschen NaturfilmPreis.

    Oliver Goetzl

    Von 1990 bis 2000 studierte Oliver Goetzl Biologie, Geologie/Paläontologie und Hydrobiologie/Fischereiwissenschaft an der Universität Hamburg. Der Mitgründer und heute alleinige Inhaber/Producer von GULO Film Productions wurde auf zahlreichen internationalen Filmfestivals für seine Regie sowie Schnitt und Kameraarbeit ausgezeichnet. Oliver hat für NDR, BBC, Disneynature, Silverback Films, John Downer Productions, Jungle Beat Productions, Wild Horizons, Free Spirit Films, ZDF, VOX und WWF gearbeitet. Koproduziert wurden die entstandenen Filme u. a. von NDR, WDR, ARTE, ORF, Terra Mater, BBC, Smithsonian Channel, National Geographic, Discovery Channel und Animal Planet. Momentan ist Oliver Goetzl für ein großes internationales Naturfilmprojekt in Indien im Einsatz.

    Philipp Grieß

    Geboren im Schwarzwald schloss Philipp Grieß 2010 sein Diplom im Bereich Dokumentarfilm-Kamera in Italien ab. Als Kameramann und Autor drehte er zahlreiche Dokumentationen über Reisende und Naturräume. Seit 2020 ist er als Regisseur und Senior Producer bei der UFA DOCUMENTARY beschäftigt. Dort setzte er u. a. 2020 die für den Grimme-Preis nominierte Dokumentation „Expedition Arktis” um. Der Film erhielt im Rahmen des Deutschen NaturfilmPreises 2021 einen Jury-Preis für herausragende Leistungen.

    Tina Kaiser

    Tina Kaiser arbeitet als Filmkulturwissenschaftlerin, Dramaturgin für Kinospiel- und Dokumentarfilme, Autorin, Herausgeberin, Kuratorin und Gutachterin in Berlin und Marburg. 2008 promovierte sie zum Thema „Aufnahmen der Durchquerung – Das Transitorische im Film“. Seit 2013 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin für Filmwissenschaft und Medienpraxis am Institut für Medienwissenschaft der Philipps-Universität Marburg. 2021 wurde der Film „Herr Bachmann und seine Klasse“, für den sie die dramaturgische Beratung und Kamerarecherchen übernahm, u. a. mit dem „Silberner Bär“-Preis der Jury des BERLINALE-Wettbewerbs sowie dem Deutschen Filmpreis in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ ausgezeichnet. Zu ihrem Portfolio gehören zudem Mitarbeiten und Projekte im Bereich Ökologie, Natur- und Artenschutz. 

    Jana Planek

    Jana Planek studierte internationalen Naturschutz. Nach einem zweijährigen Ausflug in die Welt der Filmproduktion, ist sie seit 2015 für die Naturstiftung David für mehr Natur in Deutschland unterwegs. Bei ihren Projekten – sei es ein Schutzprojekt zur Mopsfledermaus oder ein Netzwerkprojekt zum Nationalen Naturerbe – schaut sie immer, wie Naturschutz gut kommuniziert werden kann. Seit 2020 ist sie mit der Naturstiftung David, einer der Mitgesellschafterinnen der Deutschen NaturfilmStiftung, in die Arbeit rund um den Deutschen NaturfilmPreis eingebunden.

    Miriam Zimmermann

    Miriam Zimmermann arbeitet als freiberufliche Editorin und Filmemacherin in allen filmischen Genres und schneidet seit 10 Jahren leidenschaftlich gerne Naturfilme. Gleich zweimal wurden ihre Werke mit dem Deutschen Wildlife Filmpreis ausgezeichnet und auf ARTE, WDR, BR, ZDF, Terra Mater, Smithsonian und Channel One ausgestrahlt. An ihrer Arbeit als Cutterin begeistert sie, dass sie sich in vielfältigster Form bei der visuellen und dramaturgischen Gestaltung eines Filmes einbringen und seinen jeweils ganz individuellen Charakter herausarbeiten kann. Mit ihrer Erfahrung aus dem Schnitt entwickelte sie auch erste Drehbücher und sorgte als Regisseurin für die kreative Umsetzung ihrer Ideen am Set. Als Lehrbeauftragte gibt sie die Leidenschaft für ihre Tätigkeit an verschiedenen Hochschulen weiter.

  • Kinder- und Jugendjury

    Junior Ranger

    Die „Darßer Dachse“ sind die Junior-Ranger des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft aus der Freien Schule Prerow. Als Junior-Ranger setzen sie sich aktiv für den Natur- und Umweltschutz ein. Sie kennen den Nationalpark wie ihre Westentasche und arbeiten in einem deutschlandweiten Junior-Ranger-Netzwerk zusammen. Daher sind sie Experten für die Natur.

Filmeinreichung

Die Filmeinreichung für den Deutschen NaturfilmPreis und das Darßer NaturfilmFestival 2023 ist vom 1. Februar bis  1. April 2023 möglich.

Hier geht es zum Reglement

Hintergrund

Seit 2008 wird der Deutsche NaturfilmPreis im Rahmen des Darßer NaturfilmFestivals verliehen. Die Ehrung für Filmschaffende hat das Ziel, das Genre Naturfilm für Machende, Sender, das Publikum, aber auch für Naturschutz und Politik zugänglicher zu machen. Partnerinnen und Partner sind unter anderem die Karls OHG, das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Darß-Gemeinden.

Traditionell wird der Preis in fünf Kategorien vergeben, deren Einzelpreise mit insgesamt 26.000 Euro dotiert sind. Die beiden Kategorien für die Hauptpreise heißen „Wildnis Natur“ und „Mensch und Natur“. In der ersten Kategorie laufen Naturfilme – von der Tiermonografie bis zum Landschaftsporträt. In der Kategorie „Mensch und Natur“ prämiert die Stiftung umweltpolitische Dokumentarfilme. Dann folgen Jury-Preise für herausragende Leistungen und der Preis der Kinder- und Jugendjury sowie eine Publikumswahl. In den beiden höchstdotierten Kategorien geht es der Stiftung darum, herausragende Naturfilme zu würdigen, die auf besonders beeindruckende Weise die Schönheit der Natur zeigen oder das häufig konfliktreiche Verhältnis zwischen Mensch und Natur beleuchten.

Im Wettbewerb können ausschließlich Filme antreten, für die zu mindestens 50 Prozent eine deutsche Produktionsfirma verantwortlich ist. Inzwischen bewerben sich jedes Jahr rund 100 aktuelle Produktionen. Eine Vorauswahl-Jury nominiert aus diesen Einreichungen 12 Filme für die Preise. Breite Anerkennung findet der Preis aufgrund der transparenten, ausgewogenen und gründlichen Entscheidungsfindung. Dafür wird jedes Jahr eine neue, unabhängige Jury berufen. Ihr gehören neben Film- und Medienprofis anerkannte Naturschutzvertretende an. Regelmäßig sind Spitzenvertretende der großen deutschen Naturschutzverbände dabei.

In den vergangenen Jahren entwickelten sich Festival und Filmpreis zu einer nationalen Instanz. Die einzigartige Atmosphäre auf dem herbstlichen Darß und das sich jährlich füllende Programm sind ein Magnet für Naturfilmliebhaberinnen und -liebhaber und Filmemacherinnen und -macher gleichermaßen. Die stetig gestiegenen Preisgelder, die nun bei 26.000 Euro pro Jahr liegen, verleihen der Auszeichnung noch einmal mehr Gewicht. Allein die Preisträgerinnen und -preisträger in den beiden Hauptkategorien erhalten jeweils 10.000 Euro – eine in Europa bemerkenswert hohe Dotierung für Natur- und Umweltfilme. So genießt unser Kranich deutschlandweit Ansehen – unter Filmschaffenden wie in Medien und Politik.

Das Festival wird präsentiert von:

Karls Erlebnis-Dorf
Darß
MV tut gut
MV Filmförderung

Weitere Festival-Partner: